Hauswirtschaft in Schulen

Übergabe einer Unterschriftensammlung mit dem Ziel, hauswirtschaftliche Bildung als Unterrichtsfach zu etablieren

Mit dieser bundesweiten Aktion des DHB fordert der Landesverband, dass der in unserer Gesellschaft mittlerweile zu verzeichnende erhebliche Kompetenzverlust bei der alltäglichen Lebensbewältigung und Haushaltsführung auch durch die Schule aufgefangen werden muss. „Gerade verstärkt in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen und immer neuen Lebensmittelskandalen wächst vor allem der Bedarf an systematischer Verbraucherbildung und verbesserter Verbraucherkompetenz “, betonte Mitschulat. „In den Familien werden Alltagskompetenzen nicht ausreichend vermittelt – teils aus Zeitgründen, teils aus Unkenntnis“.

Schulfach Hauswirtschaft: Unterschriftenliste

Übergabe der Resolution mit 1655 Unterschriften
(von rechts nach links:Anne Mitschulat, DHB LV Hessen e. V.; Hess. Kultusministerin Dorothea Henzler; Liane Reichhart, DHB LV Hessen e. V.)

Es sind zwei Hauptanliegen in der unterzeichneten Resolution formuliert, die bereits im letzten Jahr unter Führung der damaligen DHB-Landesvorsitzenden Gabriele Jopp verabschiedet wurden. Aufgrund der politischen Situation in Hessen konnte sie aber erst jetzt Kultusministerin Henzler überreicht werden:

1. Eine gemeinsame Imagekampagne der beteiligten Ministerien mit allen der Hauswirtschaft nahe stehenden Verbände und Institutionen zur Neubewertung und Anerkennung der haushälterischen Leistungen in Familie und Gesellschaft und

2. Hauswirtschafts- und Verbraucherbildung als Grundbildung an allgemein bildenden Schulen als 2-jähriges Pflichtfach.

Ministerin Henzler teilt die Meinung der Initiatorinnen und UnterzeichnerInnen, dass Hauswirtschaft und Haushaltsführung ein hoher Stellenwert beizumessen ist.
Ein eigenes Unterrichtsfach „Hauswirtschafts- und Verbraucherbildung“ lehnt die Ministerin mit dem Hinweis auf „volle Lehrpläne“ sowie die Eigenverantwortung der Eltern für die Erziehung ihrer Kinder ab. Sie versprach jedoch, sich dafür einzu­setzen und daraufhin zu wirken, dass Hauswirtschaft und Verbraucherbildung sowohl bei den Bildungsstandards  als auch in der Lehrerfortbildung zukünftig stärkere Berücksichtigung finden sollen. Des Weiteren will sie sich dafür einsetzen, dass die Fachkräfte des DHB zukünftig in die Nachmittagsangebote der Ganztagsschulen mit eingebunden werden.

In Schleswig-Holstein wurde ab diesem Schuljahr 2009/2010 ein neues Schulfach „Verbraucherbildung“ eingeführt mit dem Ziel „die Schülerinnen und Schüler
in die Lage zu versetzen, als Verbraucher ihre Entscheidungen selbstbestimmt, gesundheitsfördernd, qualitätsorientiert, nachhaltig und sozial verantwortlich treffen zu können.“ Das sollte für uns in Hessen Vorbild sein, so Mitschulat abschließend.

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