Tagung "Waschen und Reinigen" in Marburg, Oktober 2010

Aktuelle Entwicklungen bei Wasch- und Reinigungsmitteln, insbesondere ihre neue Kennzeichnung sowie niedrige Waschtemperaturen, standen im Mittelpunkt der Tagung. Referate, Diskussionen und  Besichtigung einer Großwäscherei sorgten für ein abwechslungsreiches Programm.

Durchweg positive Rückmeldungen kamen von den Teilnehmerinnen, teilte die Landesvorsitzende Anne Mitschulat mit. Allen sei Neues geboten worden: den teilnehmenden Absolventinnen des Grundbildungs- und Meisterinnenlehrganges aus Fulda wie auch den „alten Häsinnen“, langjährigen DHB – Mitgliedsfrauen. Aus allen Teilen Hessens reisten die Gäste am 7. Oktober nach Marburg, wo die Referenten vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) aktuelles bezüglich Wasch- und Reinigungsmitteln aufzeigten.

Von niedrigen Waschtemperaturen bis nachwachsenden Rohstoffen

Zu Beginn der Tagung informierte Dr. Bernd Glassl über niedrige Waschtemperaturen. Durch diese können Energiekosten eingespart werden, auch wenn dafür meist längere Waschzeiten in Kauf genommen werden müssen. Denn: Waschmaschinen benötigen für das Erwärmen des Wassers viel Energie, für das Drehen der Waschtrommel hingegen vergleichsweise wenig. Darum zahlt es sich aus, sich häufiger für niedrigere Waschtemperaturen zu entscheiden. Der Referent ging schwerpunktmäßig auf Temperaturen unter 30° C und die dafür erforderlichen Waschmittel ein, bevor er zum Thema "Hygiene im Haushalt“ wechselte.

Sein Nachredner Dr. Thorsten Kessler erläuterte den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bei der Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln. Die mit Abstand größte Stoffgruppe seien hier die Tenside aus Palmkern- oder Kokosöl.  Diese Rohstoffe kommen hauptsächlich aus Indonesien und Malaysia. Kessler erläuterte Voraussetzungen für einen nachhaltigen Anbau von Ölpalmen, wie z. B. keine Rodung von Primärwäldern und Erhalt der Qualität von Boden, Wasser und Luft. Auch Möglichkeiten zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse in den Anbauländern wurden angesprochen. Kennzeichnung: Neue Signalwörter verschaffen schnellen Überblick

Auf großes Interesse stieß auch Dr. Glassls Vortrag über die neue Kennzeichnung auf Packungen von Wasch- und Reinigungsmitteln. Die Vereinten Nationen haben ein neues Kennzeichnungssystem für chemische Stoffe und Gemische festgelegt: das Global Harmonisierte System (GHS). In der Europäischen Union wird dieses System auch für Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel angewandt. Für bestimmte Produkte (Produkte mit nur einem Inhaltsstoff) gelten die Änderungen schon ab dem 1. Dezember 2010, für Gemische erst ab 2015. Nach der neuen Verordnung verändert sich das Aussehen  einiger Gefahrensymbole und es gibt künftig zwei Signalwörter, die die Schweregrad der Gefährlichkeit beschreiben: Achtung (für niedrigere Schweregrade) und Gefahr (für höhere Schweregrade). Sie lösen die bisherigen Gefahrenbezeichnungen wie z. B,  „leichtentzündlich“ oder „reizend“ ab. Mit der neuen Kennzeichnung sollen sich VerbraucherInnen schnell einen Überblick über die Gefährlichkeit des Wasch- oder Reinigungsmittels verschaffen können.

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