Position zur aktuellen Diskussion um das Betreuungsgeld

Nicht nur unter Politikern und Sozialverbänden, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit ist das Betreuungsgeld stark umstritten. Die Herdprämie, wie es auch genannt wird, soll 2013 eingeführt werden und zwar in Höhe von monatlich 100 Euro zunächst nur für Kinder im Alter von zwei Jahren. Ab 2014 sollen monatlich 150 Euro gezahlt werden und dann sowohl für Zwei- als auch für Dreijährige. Die Befürworter glauben hiermit Eltern zu unterstützen, die sich in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Hause in Vollzeit der Erziehung widmen und ganz bewusst keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen wollen. Unser Verband, der sich für Familien stark macht, würdigt die Erziehungsarbeit der Eltern uneingeschränkt. Aber er sieht durch diese Maßnahme falsche Anreize gesetzt, die auf lange Sicht auf Kosten der Frauen gehen. Sie werden dazu verleitet, ihre Berufstätigkeit zu vernachlässigen, was langfristig die Benachteiligung im Berufsleben nur noch verschlimmert. Wir meinen, die 1,9 Milliarden Euro, die für das Betreuungsgeld vorgesehen sind, sollten in den Ausbau von Kinderbetreuungsstätten oder in Rentenanwartschaften für Frauen investiert werden. Das Betreuungsgeld erhält die veraltete Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern aufrecht. Sie setzt einen falschen Anreiz, wenn sie Frauen ermutigt, länger zu Hause zu bleiben und die eigene Existenzsicherung und damit auch die eigene Alterssicherung zu vernachlässigen. Denn: Altersarmut ist weiblich!

zurück zur Übersicht >