Neuer Wirbel ums Betreuungsgeld

DHB - Netzwerkhaushalt Hessen: Nein zur Herdprämie!

Unser Verband, der sich seit Jahrzehnten für Familien stark macht, bekräftigt seine Ablehnung zum Betreuungsgeld. Er sieht sich durch die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichtes in seiner Position gestärkt. Das Betreuungsgeld setzt für Frauen falsche Anreize und kann zur Chancenungleichheit von Kindern führen.

Eigentlich will es keiner so richtig, aber dennoch soll es kommen. Die Debatte ums Betreuungsgeld brodelt weiter. Nachdem die erste Lesung zum umstrittenen Vorhaben ins Wasser gefallen ist, weil zu wenig Abgeordnete im Parlament anwesend waren, wird jetzt auch noch im neuen nationalen Bildungsbericht von Bund und Ländern vor der Einführung des Betreuungsgeldes gewarnt. Nach Analysen von Wissenschaftlern haben Kinder mit Kita-Erfahrung einen deutlichen Lernvorsprung.

„Die Herdprämie setzt völlig falsche Anreize und geht auf lange Sicht auf Kosten von Müttern und Kindern", so Anne Mitschulat, die Vorsitzende des hessischen Landesverbandes DHB – Netzwerk Haushalt. Die Ergebnisse des Bildungsberichtes zeigten unmissverständlich, wie wichtig es ist, den Ausbau der Kitas voranzutreiben, damit jedes Kind einen Betreuungsplatz bekommt. „Wir müssen Strukturen schaffen, die Kindern von Anfang an gleiche Chancen bieten."

Das Betreuungsgeld erhalte zudem die veraltete Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern aufrecht. So würden Mütter dazu verleitet, ihre Berufstätigkeit zu vernachlässigen, was langfristig ihre Benachteiligung im Berufsleben nur noch verschlimmern  würde. Mitschulat führte weiter aus: „Das Betreuungsgeld setzt einen falschen Anreiz, wenn es Frauen ermutigt, länger zu Hause zu bleiben und die eigene Existenzsicherung und damit auch die eigene Alterssicherung zu vernachlässigen. Altersarmut ist weiblich!"

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