Hygieneampel und Lebensmittelkennzeichnung

Die vom hessischen Verbraucherschutzministerium aufgedeckten Schummeleien bei Lebensmitteln – Schinkenimitat statt Kochschinken und Mogelkäse aus Pflanzenkäse – zeigen einmal mehr, wie wichtig stärkere Kontrollen in der Lebensmittelüberwachung sowie eine Kennzeichnung der verstoßenden Betriebe sind. So ist in diesem Zusammenhang auch das Scheitern einer bundesweiten Regelung zu Hygieneampeln aus Sicht des DHB - Netzwerk Haushalt, Hessen sehr bedauerlich.

Im Sinne eines wirksamen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verbraucherschutzes wäre aber größtmögliche Transparenz dringend nötig. Eine Hygieneampel sei dafür ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so Anne Mitschulat, Landesvorsitzende des DHB Hessen. Die Kennzeichnung mit den Farben Grün, Gelb und Rot würde den Verbrauchern gut erkennbar Auskunft über die Hygiene in Gaststätten und Restaurants geben.

Wir brauchen ein gut funktionierendes Kontrollsystem. "Aus diesem Grunde sollten wir in Hessen  eine Vorreiterrolle übernehmen und auf zügige Einführung der Hygieneampel bestehen“, teilt Mitschulat weiter mit. Es gäbe gute Erfahrungen damit, die Hygienestandards in gastronomischen Betrieben für Gäste sichtbar zu machen. Ein Beispiel ist Dänemark, wo es seit 2001 das System des Hygiene-Smileys gibt. Wie bei uns in Deutschland waren es auch dort verschiedene Lebensmittelskandale, die dazu führten, dass die Verbraucher mehr Informationen über die Hygiene in lebensmittelverarbeitenden oder lebensmittelvertreibenden Unternehmen forderten. Mitschulat geht davon aus, dass sich durch die Veröffentlichung von Untersuchungs- und Kontrollergebnissen die Hygiene in den Betrieben langfristig verbessert und die Zahl der Beanstandungen abnimmt. Außerdem müssten bessere und häufigere Kontrollen durchgeführt werden und mehr Lebensmittelkontrolleure eingestellt werden, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Ebenso wichtig wie die Einführung einer Hygieneampel ist nach Meinung des DHB Hessen auch die Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung. Politiker auf nationaler und europäischer Ebene müssten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und sich für gut erkennbare Angaben auf Verpackungen einsetzen. Dabei muss die Information immer Vorrang vor der Werbung haben und alle wichtigen Produktangaben wie Herkunftskennzeichnung, Mengen- und Nährwertangaben sowie Zusatzstoffe müssen deutlich sichtbar, einheitlich, verständlich und ohne Lupe gut lesbar sein.

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