Mäßiger Fleischkonsum für mehr Nachhaltigkeit und Gesundheit

Rund 60 Kilogramm Fleisch verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr. Weit mehr als Ernährungsexperten empfehlen. Gesund ist dieses Konsumverhalten nicht gerade und nachhaltig schon gar nicht.

„Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere, verteilt auf 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner", teilte der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) kürzlich mit. Mit einem jährlichen Fleischverzehr von etwa sechzig Kilogramm würden wir doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern verzehren. In den ärmsten Ländern liegt der Fleischkonsum sogar unter zehn Kilogramm pro Jahr. Aktuelle Zahlen, wie die genannten, sind im jüngst erschienen „Fleischatlas" veröffentlicht, den der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben haben.

Der DHB – Hessen steht dem aktuellen Konsumverhalten von Fleisch kritisch gegenüber und rät insbesondere vom Kauf von Billigfleisch ab, das oft aus Agrarfabriken stammt. Hier steht den Tieren nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht, und sie haben keinen Auslauf. Der DHB- Netzwerk Haushalt fordert dazu auf, mehr auf die Herkunft des Fleisches zu achten und sich nicht von Werbeversprechen auf Fleischverpackungen täuschen zu lassen, die suggerieren, die Tiere würden artgerecht und in ländlicher Idylle gehalten.Dies entspricht selten der Realität, denn das Fleisch kommt doch meist aus der Massentierhaltung. Die Transparenz beim Fleischeinkauf lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Dennoch gibt es einige Label, die für die Herkunft aus artgerechter Tierhaltung stehen. Hier sind die Bio- und Tierschutz-Label zu nennen. Sie bieten dem Verbraucher eine Orientierungshilfe und sind Schritte in die richtige Richtung. Dennoch: Aus Sicht des Verbraucherschutzes gibt es noch viel zu tun.

Der DHB unterstützt ferner die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die sich für eine Fleisch ärmere, auf pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Getreide basierende Kost ausspricht. Die DGE empfiehlt, dass der wöchentliche Fleisch- und Wurstkonsum 300 bis 600 Gramm nicht übersteigen sollte. Bei einem Verzehr von 450 Gramm pro Woche entspräche dies beispielsweise drei Portionen Fleisch (jeweils 120 Gramm) und drei Portionen Wurst. So könnte der jährliche Fleischkonsum von 60 auf 24 Kilo gesenkt werden.

Die Fleisch reduzierte Ernährungsweise hat nicht nur einen hohen gesundheitlichen Stellenwert, sondern ist auch ein Beitrag zum Umweltschutz; denn die Fleischerzeugung ist mit klimarelevanten Emissionen von Kohlendioxid und Methan verbunden. Das gilt insbesondere für die Rinderhaltung.

Viele Argumente sprechen für einen mäßigen und nachhaltigen Fleischkonsum. Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr! Und außerdem: Fleisch von „glücklichen" Tieren hat nun einmal seinen Preis!

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