Jetzt nur noch Kresse?

US-amerikanische Wissenschaftler haben eine Tabelle der „gesündesten“ Obst- und Gemüsearten herausgegeben. Dabei hat es Kresse nach ganz oben geschafft, gefolgt von Chinakohl, Mangold und Spinat. Erst viel weiter hinten folgt als erste Obstsorte die Zitrone.

Doch nach welchen Kriterien wurde diese Liste erstellt?

Das US-Zentrum für Krankheitsbekämpfung und Prävention wollte eine TOP-41-Liste erstellen, die als Grundlage zur Lebensmittelauswahl der amerikanischen Bevölkerung dienen sollte.

Kurz und knapp, um die bestehende Verwirrung über eine gesunde Ernährung zu entwirren.

Dabei haben sie speziell auf Obst und Gemüse geschaut. Allerdings nur auf solches, welches eine hohe Nährstoffdichte hat. Das heißt in diesem Fall, vorwiegend reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Hier aber nur ausgewählte Vitamine und Mineralstoffe. Solche, mit nachgewiesenem, positivem Effekt in der Prävention bestimmter ernährungsbedingter Krankheiten.

Leider beruht dies auf einzelnen, isolierten Inhaltsstoffen und deren Wirkung im Körper.

Nach neuesten Erkenntnissen ist es aber nicht sinnvoll, diese Inhaltsstoffe aus ihrem natürlichen Gefüge herauszulösen und einzeln zu betrachten. Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe, denen man positive Wirkungen im Körper zuschreiben kann.

Auch die Betrachtung der Inhaltsstoffe bezogen auf das rohe Ausgangsprodukt ist nicht immer sinnvoll. Denn Mangold wird zum Beispiel vorwiegend gegart verzehrt.

Weitere Faktoren wie Lagerdauer, Anbaubedingungen und auch Sorten beeinflussen besonders den Vitamin C-Gehalt. So kann es zu großen Schwankungen kommen.

Besonders fatal erscheint auch, dass die sekundären Pflanzenstoffe keine Berücksichtigung finden.

Deren positive Wirkung ist ebenfalls gut untersucht.

Die Wissenschaftler selbst schränken ihre Erkenntnis ein, indem sie zugeben, dass diese Liste nicht ausschließlich der „besseren Gesundheit“ dient.

Der Verbraucher sollte kritisch sein, was neue Ernährungsbücher angeht, die diese Liste als Grundlage verwenden.

Es geht nach wie vor nichts an einer abwechslungsreichen Ernährung vorbei, vielfältig und so bunt wie möglich. Krankheitsprävention bedeutet ein positives Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und Entspannung.